
Magst du erzählen, wer du bist?
Ich bin Sina und arbeite seit Januar 2020 im Theater am Großmarkt. Angefangen habe ich als Radioraum Swing, so hieß der Titel lustigerweise am Anfang, laut „Sound Bible“, der Vorlage für unser Sound Design & Konzept. Ich bin dann relativ schnell als SFX-Operator an den FoH gekommen. „SFX“ steht für Sound-Effekte und beinhaltet auch Musikstarts und -stopps. 2023 durfte ich die Position der stellvertretenden Abteilungsleitung übernehmen und 2025 habe ich den Part des Mischpult Operator gelernt.
FoH – wofür steht der Begriff?
FoH ist Englisch und meint „Front of House“, bzw. das Vorderhaus. Im englischen ist im Theater eigentlich alles Front of House, was für die Zuschauer zugänglich ist, wie das Foyer, aber auch der Zuschauerraum selbst. Die Bühne steht dort im Fokus. Alles andere ist Backstage, das hat ja auch den englischen Begriff. Im deutschen Sprachraum benutzen wir Front of House oder FoH meist nur für den Platz, wo eigentlich die Pulte und die Operator für Sound und in der Regel auch Licht sitzen. Bei uns haben wir das Licht dort leider nicht, da wir schon vom Sound her so viel Platz einnehmen.
Wieso ist hier quasi kein Platz mehr fürs Licht gewesen? Was ist hier besonders?
Das Besondere bei Harry Potter ist es, dass wir insgesamt vier Showparts für die Tonabteilung haben. Normalerweise hast du immer einen Pultoperator und einen auf der Bühne im Radioraum für den Fall, dass irgendwo mal was noch umgesteckt werden muss auf der Bühne. Manchmal gibt es beispielsweise Lautsprecher, die in ein Set eingebaut sind, die dann erst angeschlossen werden, wenn die Kulissen in der Show auf Position gebracht werden. Die Person im Radioraum ist vor allen Dingen halt auch für den Notfall da, weil es immer mal sein kann, dass irgendwelche Kabel oder Mikrofone in der Show kaputt gehen. Und das sollte am besten jemand vorher mitbekommen und dann hoffentlich rechtzeitig retten, bevor es das Publikum hört. Das ist nur nicht immer möglich.
Das heißt, ihr begleitet die Show quasi immer zu zweit oder mit wie vielen Leuten seid ihr?
Wir sind aktuell mit vier Personen da. Zwei sind am FoH, einer ist für die Stimmen verantwortlich, der zweite für Soundeffekte und Musik. Dann haben wir noch zwei Personen im Bühnenbereich. Einer ist vor allen Dingen zur Überwachung der Anlage da und hört immer regelmäßig in die Mikrofone rein, falls was passiert. Die zweite Person ist unser sogenannter Runner. Der Runner ist dafür da, dass an ein paar Stellen manchmal ein Lautsprecher noch angeschlossen wird oder halt Mikrofonwechsel vorgenommen werden.
Hast du ein Highlight, wenn du an einen typischen Arbeitstag denkst?
Es gibt Momente in der Show, in denen es besonders schön ist, die Reaktion vom Publikum zu sehen, durch Plot Twiste oder überraschende Effekte. Das ist immer schön und auch unterhaltsam.
Gibt es irgendeine Sache, bei der du sagst, die muss man mitbringen, wenn man bei euch im Team arbeiten will?
Wichtig sind vor allen Dingen Neugier und Lernbereitschaft. Wenn man das zeigt, ist man meiner Meinung nach in den meisten Jobs im Theater immer schon ganz gut aufgehoben. Eigenverantwortung sollte auch immer dabei sein. Und man sollte auf dem Boden bleiben können, die Arbeit im Theater darf einem nicht zu Kopf steigen. Am Ende sind wir immer noch ein Dienstleister für das Publikum und sie sollen eine schöne Show haben. Man verliert manchmal den Bezug dazu, weil der Job zur Routine wird. Wir machen das Alles fürs Publikum. Das darf man nie vergessen.

Koch

Tontechnikerin

Auszubildender zum Veranstaltungskaufmann

Stellvertretende Chefdresserin

Meister für Veranstaltungstechnik

Beleuchtungsmeisterin

Teamlead Ticketing Touring

Dresser

Vorderhausleitung

Werkstudentin People & Culture

Produktion

Events & Kommunikation

People & Culture