
Magst du uns erzählen, wer du bist?
Ich bin Annika und arbeite seit August 2022 in der Beleuchtungsabteilung im Theater am Großmarkt. Ich bin in fast allen Bereichen tätig – am Follow-Spot, als Pult-Operator und früher habe ich auch auf dem Deck gearbeitet. Letzteres mache ich inzwischen nicht mehr, da ich nun Meisterdienste übernehme.
Du hast schon einige Positionen erwähnt. Welche Aufgaben gibt es in eurem Beleuchtungsteam genau?
In unserem Team gibt es drei Hauptpositionen:
Die Follow-Spot-Operator, also die Personen, die mit dem Verfolger arbeiten – das ist meistens die Einstiegsposition, um die Show kennenzulernen.
Dann gibt es den Deck-Part – dieser arbeitet direkt auf der Bühne, mit Requisiten und Setteilen die leuchten, sich bewegen oder sonstige Elektronik enthalten.
Und es gibt noch den Pult-Operator, der am Lichtpult sitzt und die Lichtshow während der Vorstellung fährt.
Du hast berufsbegleitend deinen Meister absolviert – ist das etwas, was hier viele machen?
Ja, Weiterbildungen werdend bei ATG unterstützt – natürlich immer abhängig davon, ob sie zum Beruf und Aufgabenbereich passen. Ich bin dankbar, dass mir dieser Schritt in meinem Berufsleben ermöglicht wurde.
Welche Aufgaben haben sich für dich verändert, seit du deinen Meistertitel hast?
Das hängt ein bisschen von der jeweiligen Produktion ab. Ich habe eventuell die Möglichkeit, die stellvertretende Abteilungsleitung zu übernehmen und unseren Beleuchtungsmeister Alexander zu unterstützen. Grundsätzlich ist meine Aufgabe als Meister, die Show technisch im Blick zu behalten, bei Problemen einzugreifen, Abläufe zu koordinieren und die Kommunikation zwischen Vorderhaus und Hinterhaus sicherzustellen – besonders, wenn es um den Showbeginn oder Probleme während der Vorstellung geht.
Was war bisher die größte Herausforderung oder eine besonders brenzlige Situation?
Details darf ich natürlich nicht verraten, aber ein Showstop ist immer eine Herausforderung – egal, ob er nur kurz dauert, weil z. B. ein Darsteller nicht rechtzeitig da ist, oder ob es technische Probleme gibt, etwa mit Requisiten oder Systemfehlern im Licht. Gerade bei größeren Ausfällen versucht man, das Problem im laufenden Betrieb zu beheben, ohne gleich einen Showstop auszulösen. Das ist manchmal ziemlich adrenalingeladen.
Was war bisher dein persönliches Highlight?
Ich liebe kleine Pannen – also Momente, in denen nicht alles perfekt läuft. Besonders lustig sind Textversprecher oder wenn die Eule mal nicht ganz das tut, was sie soll. Das bringt mich oft zum Schmunzeln. Und natürlich ist es auch ein Highlight, das Publikum zu erleben – ihre Reaktionen, ihr Mitfühlen. Vom Stellwerk aus bekomme ich das gut mit, weil wir nahe am Zuschauerraum sitzen. Wenn man merkt, dass das Publikum voll in die Geschichte eintaucht, ist das ein richtig schöner Moment.
Wie groß ist euer Team eigentlich?
Wir sind im Team ungefähr zwölf bis vierzehn Leute, darunter auch fünf Frauen. Unser Team ist bunt gemischt – von langjährigen Mitarbeitenden, bis zu ganz neuen Kolleg*innen. Wir legen viel Wert auf Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und ein gutes Miteinander. Es soll niemand das Gefühl haben, außen vor zu sein. So macht die Arbeit einfach mehr Spaß.